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Gotthilf Ludwig Möckel erwarb sein Wissen von seinem Lehrer K. W.
Hase. Er studierte am Polytechnikum in Hannover, einer Schule, die
das Studium der alten Gotik, besonders des norddeutschen
mittelalterlichen Ziegelbaus, wissenschaftlich betrieb. Geprägt durch
dieses Studium schuf er hauptsächlich Bauten in der neogotischen
Backsteinarchitektur.
In Zwickau und Dresden war er von 1866-1884 als Privatarchitekt tätig.
Wobei der Schwerpunkt in seiner Zwickauer Zeit im Bau von bürgerlichen
Wohnhäusern und Villen.
Es entstanden z. Bsp. eine Wohnhauszeile in
der Römerstraße in Zwickau, die Villen List und Ebert sowie die Bade-
und Heilanstalt in Zwickau.
1873 beteiligte sich Möckel an einem Wettbewerb zum Bau
der Johanneskirche in Dresden. Der Erhalt dieses bedeutenden Auftrages
hatte den für sein weiteres Leben wichtigen Umzug nach Dresden zur
Folge. Diese Kirche gilt als Möckels bedeutendstes sakrales Bauwerk und
zugleich, als über den Dresdner Raum hinaus, bester neogotischer
Kirchenbau, der seinem Baumeister zu einem beruflichen Durchbruch
verhalf. In den Jahren von 1880 bis 1882 wurden 22 Objekte von Möckel
bearbeitet, davon 18 Kirchenbauten und 4 Schlösser. Beispiele
Möckelschen Sakralbaus finden sich u.a. in Striesen, Reudnitz, Döhlen
und Löbau.
1877 restaurierte er das Doberaner Beinhaus und baute die
katholische Kapelle in Heiligendamm, dabei lernte er auch die
Klosterkirche von Bad Doberan kennen und setzte den Großherzog Friedrich
Fanz II. von dem desolaten Zustand in Kenntnis, worauf dieser ihm den
Auftrag der Restaurierung erteilte.
Im Jahre 1884 wurde er zum Leiter des mecklenburgischen Kirchenbauwesens
ernannt. Unter seiner Leitung wurden Villen, Wohn- und Geschäftshäuser,
Schulen, städtische und Staatsgebäuden (z.B. das Ständehaus Rostock)
gebaut.
Möckels Name ist untrennbar mit einer Vielzahl von
Kirchenbauten verbunden. Zu diesen Bauwerken in neugotischem Stil gehören
unter anderem auch die Johanniskirche in Dresden, die Erlöser- und
Samariterkirche zu Berlin und die Johanniskirche in Izmir (Türkei). Im
Mecklenburger Raum sind bekannte Möckelbauten das Ständehaus in Rostock,
das Jagdschloss in Gelbensande, beide Kirchen in Heiligendamm und viele
Wohnhäuser in Bad Doberan.
Insgesamt konzipierte Möckel 130 Bauten, von denen
122 realisiert worden. Mit
Vorliebe pflegte er bei seinen Bauvorhaben den aus der Shakespearezeit
stammenden Cottage-Stil.
Im Alter von 77 Jahren bat Möckel seine Dienststelle ihn
wegen "zunehmender Kränklichkeit" ab 1. Oktober 1915 in den Ruhestand zu
versetzen. Bereits am 26. Oktober 1915 verstarb Gotthilf Ludwig Möckel
in Doberan. Er wurde auf dem dortigen Friedhof beigesetzt.
Möckelbau in Bad
Doberan |