Samuel Gottlieb Vogel    


(1750 – 1837)


Baden im Meer könnte für „sehr viele Schwachheiten und Kränklichkeiten“ überaus heilsam sein. Eine Maxime, die der Hofrat und Leibmedicus des mecklenburgischen Herzogs vertrat, als entlang der deutschen Ostseeküste noch niemand an das Baden dachte.

Ein Ruf an die Rostocker Universität hatte den gebürtigen Thüringer an die Küste verschlagen. Der 14jährige hatte in Göttingen seine medizinischen Studien begonnen, gekrönt 1771 mit der Doktorwürde und fünf Jahre später mit der Habilitation. Er praktizierte in Göttingen, später in Ratzeburg als fürstlicher Landphysicus und großbritannischer Hofmedicus. Durch zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, darunter ein dickleibiges Arzneimittelhandbuch für angehende Ärzte, avancierte Vogel zum Medizinprofessor an der Rostocker Universität.

Hier überzeugt er schließlich den mecklenburgischen Herzog von der Idee eines Seebades am Heiligen Damm. 1793 ist das erste deutsche Seebad aus der Taufe gehoben. Samuel Gottlieb Vogel wird Badearzt und Doberan mausert sich zum Luxusbad, als Warnemünder Badefreuden noch in weiter Ferne lagen.