Das Barmin Kreuz bei Hintersee

In alten Zeiten ritten die Pommernherzöge gerne zur Jagd in die Ueckermünder Heide, dem Großen Waldgebiet zwischen Oder und Peene, Haff und  Uckermark.
Eines Tages überraschte die Nacht Herzog Barnim den II. und seine Freunde in der Nähe von Vogelsang, wo das Schloss des Vidante von Muckerwitz stand. Gerne nahm der Schlossherr die Jagdgesellschaft auf, bewirtete sie und ließ Nachtquartiere herrichten. Am nächsten Morgen begrüßte die Schlossherrin die Gäste. Der junge Barnim entbrannte in Liebe zu ihr. Wieder im Stettiner Schloss grübelte er lange, wie er sie erobern könnte.
Er beschloss, Vidante als herzoglichen Gesandten zum König von Polen zu schicken. Als Barnim den Schlossherren in sicherer Entfernung wusste, ritt er nach Vogelsang und warb um die Gunst der jungen Frau. Beide genossen eine schöne Zeit. Man hatte aber Vidante die Liaison der Beiden zugetragen. Wutentbrannt traf er zu Hause ein und sann auf Rache.
Schon am nächsten Tag erschien Herzog Barnim vor dem Schlos und stellte erschrocken die Rückkehr des Hausherrn fest. Er lud ihn dann zur Jagd ein. Bald verfolgten sie einen stattlichen Hirsch, so schnell, dass der Tross nicht folgen konnte. Mitten im tiefsten Wald stellte Vidante Herzog Barnim und stieß ihm das Schwert in die Brust, bevor dieser sich wehren konnte.
Sein Bruder ließ an der Mordstelle einen Gedenkstein und ein großes Kreuz errichten, das Barnimskreuz. Dieses stand an der Landstraße von Stettin nach Ueckermünde, zwischen Entepöhl und Hintersee im Hochwald. Man sah das hohe schwarze Kreuz erst, wenn man unmittelbar davor stand.

 

Geschichte und Ort

Folgt man dem Wanderweg von Hintersee in Richtung Stettin, findet man auf der rechten Seite der Landstraße kurz vor der polnischen Grenze das Barnimskreuz. Hier befindet sich ein Stein mit eingemeißeltem Kreuz und der Jahreszahl 1295 sowie ein Eichenkreuz mit der Aufschrift "BARNIM" 1295. Das einst zerstörte Denkmal wurde 1983 durch Angehörige der Jagdwirtschaft Hintersee wieder aufgestellt. 1993 mußte es noch einmal, durch den Ausbau der Grenzstraße versetzt werden. Nun hat man Stein und Kreuz einen neuen Standort gegeben und dem Heimatgefühl der Pommern eine alte Gedenkstätte erhalten.